Eva-Maria Schreiber

 

schreiber_eva_20180407_01 Geboren am 12. März 1958 in Köln

Beruf: Ethnologin

Wahlkreis: Ingolstadt/Regensburg

 

Webseite: www.eva-maria-schreiber.de

 

 

 

Politische Schwerpunkte

Welternährungspolitik

Obwohl weltweit mehr Nahrungsmittel produziert werden, als die Menschheit konsumieren kann, leiden über 800 Mio. Menschen an Hunger. Besonders betroffen sind Bewohner der ländlichen Gebiete, in der Regel also Kleinbäuerinnen und Kleinbauern selbst. Ihre Existenz wird von gleich mehreren Seiten bedroht: durch Dumpingprodukten aus den Industrieländern, fehlende politische und praktische Unterstützung, aber auch eine Entwicklungspolitik, die das Modell der industriellen Landwirtschaft in die Entwicklungsländer exportiert – samt all dessen negativer Effekte für Mensch und Natur.

Doch allen Widrigkeiten zum Trotz: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bleiben das Rückgrat der Lebensmittelversorgung. Sie produzieren 70 Prozent der weltweit konsumierten Lebensmittel, verwenden dafür aber nur 30 Prozent der in der Landwirtschaft eingesetzten Energie. Ihre Rahmenbedingung zu verbessern, ist deswegen eine zentrale Aufgabe linker Entwicklungszusammenarbeit: durch faire Handelsverträge, die Förderung agrarökologischer Methoden und eine Politik, deren wichtigsten Partner nicht Konzerne, sondern die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind. Ernährungssouveränität jetzt!

Bildung und Gesundheit für Alle

Seien es Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte oder der Zugang zu Medikamenten: was in westlichen Ländern für die Mehrheit der Menschen relativ selbstverständlich ist, gilt für Milliarden von Menschen in ärmeren Ländern nicht. Ein Großteil der Menschheit leidet darunter, Medikamente nicht bezahlen zu können, keine ausreichende ärztliche Versorgung zu haben und an eigentlich leicht zu heilenden Krankheiten zu erkranken und oft auch zu sterben. In der Regel sind eine mangelnde Gesundheitsinfrastruktur, Armut und der Mangel an Zugang zu bezahlbaren Medikamenten die Hauptursachen. Profiteure sind aber auch Pharmafirmen, die lieber auf hohe Gewinne setzen, statt am Bedarf orientierte und bezahlbare Medikamente auf den Markt zu bringen. Gesundheit betrachten wir aber nicht nur nach medizinischen Gesichtspunkten. Nur in einer Gesellschaft ohne Krieg, Elend und Armut kann das Menschenrecht auf Gesundheit tatsächlich verwirklicht werden.

DIE LINKE. setzt sich dafür ein, dass das Menschenrecht auf Gesundheit für Alle auch wirklich Realität wird. Aufgabe der Politik ist es hier, die Forschung und Entwicklung zu vernachlässigten Krankheiten zu verstärken, um die tödlichsten Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose zu bekämpfen. Darüber hinaus fordern wir verstärkte Bemühungen für den Aufbau öffentlicher Gesundheitssysteme, denn eine nachhaltige Entwicklung gibt es nur mit einer funktionierenden öffentlichen sozialen Infrastruktur. Gute soziale und wirtschaftliche Lebensbedingungen sind die beste Prävention gegen Krankheit. Und: nur durch die Bekämpfung der Armut, die oft die Ursache vieler Krankheiten ist, kann das Menschenrecht auf Gesundheit verwirklich werden.

Rohstoffe, Wirtschaft, Menschenrechte

Ob Coltan aus dem Kongo für unsere Handys oder T-Shirts aus Bangladesch: Viele Dinge des alltäglichen Bedarfs in Deutschland werden importiert. Produziert werden sie häufig unter katastrophalen Arbeitsbedingungen im Globalen Süden. Für Millionen von Menschen gehören Kinderarbeit, Hungerlöhne, fehlende Sicherheitsstandards oder 14 Stunden-Schichten noch immer zur alltäglichen Lebensrealität. Auf dem Rücken dieser Menschen erwirtschaften transnationale – darunter auch viele deutsche – Konzerne massive Gewinne.

Die LINKE. sieht es daher als Aufgabe der Politik, den Unternehmen inklusive Tochter- und Zuliefererfirmen die Einhaltung sozialer, ökologischer und menschenrechtlicher Standards gesetzlich vorzuschreiben. Flankierend hierzu fordern wir ein Unternehmensstrafrecht, welches die zivilrechtliche Haftung für Menschenrechtsverstöße ausbaut und Schadensersatzforderungen aufgrund exzessiver Arbeitsausbeutung von Arbeiter*innen sowie Sammelklagen vor deutschen Gerichten ermöglicht.

Flucht und Migration

Fluchtursachen bekämpfen – unter diesem Schlagwort versucht die Bundesregierung derzeit afrikanische Länder zu Außenposten der Festung Europa auszubauen. Auch mit Entwicklungsgeldern errichtet sie gemeinsam mit der EU ein restriktives Grenzregime zwischen den afrikanischen Staaten und arbeitet dabei immer enger mit diktatorischen Regimen wie Ägypten, Sudan oder Eritrea zusammen. Gleichzeitig hält sie an der wirtschaftlichen Ausbeutung des Kontinents, etwa durch ungleiche Handelsbeziehungen, fest. Damit schafft sie neue Fluchtursachen, anstatt sie zu bekämpfen.

Linke Entwicklungspolitik setzt sich für ein Recht zu bleiben ein, also die Schaffung von guten Bleibeperspektiven vor Ort. Zugleich setzen wir uns für das Recht auf Bewegungsfreiheit ein. Das Massensterben auf dem Weg nach Europa muss ein Ende haben. Wir wollen diejenigen Nichtregierungsorganisationen unterstützen, die heute im Mittelmeer den wichtigsten Beitrag zur Seenotrettung leisten und unter einer zunehmenden Kriminalisierung ausgesetzt sind.

Entwicklungsfinanzierung

Wer bezahlt? Wieviel? Und wo fließt das Geld hin? Der Bereich „Entwicklungsfinanzierung“ untersucht die Finanzströme, die der Entwicklungszusammenarbeit zugrunde liegen, und analysiert deren politische Agenda. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Nicht nur leistet die Bundesregierung einen zu geringen Beitrag. Zugleich zweckentfremdet sie Entwicklungsgelder immer öfter zur Konzernförderung. Und immer mehr Gelder kommen aus privaten Quellen, wie beispielsweise philanthropischen Stiftungen, mit zweifelhaften Zielen.

DIE LINKE und ich fordern: öffentliche Gelder für öffentliche Aufgaben! Entwicklung braucht eine solide, staatliche Finanzierung – und sie muss die Bedürfnisse der ärmsten Länder und Menschen ins Zentrum stellen, etwa durch den Aufbau öffentlicher Bildungs- oder Gesundheitssysteme.

Biografie

Geboren am 12. März 1958 in Köln; römisch-katholisch; verheiratet; vier Kinder.

1977 Abitur in Hürth bei Köln; 1979 bis 1982 Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin; 1986 bis 1990 Ausbildung zur Heilpraktikerin; 1999 bis 2004 Studium der Ethnologie, Religionswissenschaften und Interkulturelle Kommunikation, Abschluss Magister.

1982 bis 1986 Inhaberin einer Diskothek in Köln; seit 1990 bis jetzt: freiberufliche Tätigkeit als Dozentin in der Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt Interkulturelle Kommunikation und Pflege

Seit 2014 Mitglied im Orgateam Bündnis STOP TTIP CETA TiSA München; Mitglied bei ver.di; Mitglied bei DGV (Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde)

Seit 2011 Mitglied bei DIE LINKE. und Sprecherin der LAG Christ*innen DIE LINKE. Bayern; 2013 bis 2014 Mitglied im Ortsvorstand OV West/Mitte DIE LINKE. Kreisverband München; seit 2014 Kreissprecherin der LINKEN in München; seit 2016 Mitglied des Landesvorstands DIE LINKE. Bayern.

Seit 2017 Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, Obfrau für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Sprecherin für Welternährungspolitik. Stellvertretendes Mitglied im Gesundheitsausschuss.

Wahlkreisbüro Ingolstadt/Regensburg Büro Berlin
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